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Zündende Fragen

Ein Beispiel aus dem NMM-Lehrmittel «Karussell»

Kinder haben eigene zündende Fragen, und wenn sie diesen nachgehen und Antworten darauf suchen, beinhaltet dieser Prozess verschiedene Möglichkeiten der Mitbestimmung. Gleichzeitig übernehmen die Schülerinnen und Schüler viel Verantwortung für den eigenen Lernprozess, wie das Beispiel aus dem neu erschienenen Lehrmittel «Karussell» (Natur und Technik, 1./2. Schuljahr) zeigt.

1. Phase

Mindmap: Assoziationen eines Schülers zum Thema «Kerze».Mindmap: Assoziationen eines Schülers zum Thema «Kerze».Schülerinnen und Schüler halten mit Hilfe einer Mindmap ihre Assoziationen rund um den Begriff Kerze fest. Sie sammeln Fragen, die sich ihnen in diesem Zusammenhang stellen. Diese Fragen bestimmen den weiteren Verlauf des Unterrichts.

  • Schreibe und zeichne eine eigene Gedankenkarte.
  • Was möchtest du über die Kerze herausfinden? – Schreibe deine Fragen auf.

2. Phase

In Gruppen einigen sich die Schülerinnen und Schüler auf eine Frage, die sie mit Hilfe eines Experiments klären wollen. Im Gespräch klärt jede Gruppe folgende Fragen:

  • Was wollen wir genau wissen?
  • Was vermuten wir? Wie stellen wir uns das Resultat vor?
  • Welche Bedingungen müssen im Experiment erfüllt sein, damit wir Antworten auf unsere Frage bekommen?
  • Was müssen wir organisieren und bereitstellen?

Um diese Fragen möglichst gut beantworten zu können, müssen alle Gruppenmitglieder intensiv mitdenken und mitarbeiten.

3. Phase

Schülerinnen und Schüler besprechen die entwickelten Experimente mit der Lehrperson, begründen und erklären ihre Versuchanlage. Die Lehrperson nimmt hier eine beratende Rolle ein. Es geht darum, kritische Fragen zu stellen. Dadurch werden die Kinder animiert, das geplante Experiment zu hinterfragen. Die Verantwortung für das Experiment bleibt also grösstenteils bei den Schülerinnen und Schülern. Diese fühlen sich ernst genommen, weil die Lehrperson ihnen nicht einfach zeigt, wie das Experiment am besten durchgeführt wird.

4. Phase

Die Versuche werden vorbereitet und durchgeführt. Dabei sollen die Schülerinnen und Schüler so selbstständig – und damit so selbstverantwortlich – wie möglich arbeiten. Sie halten ihre Beobachtungen fest. Im Dialog deuten sie die gemachten Erfahrungen und formulieren eine Antwort auf ihre Frage.

5. Phase

Die Gruppen halten die einzelnen Schritte ihres Experiments schriftlich fest. Diese Versuchsbeschreibungen werden in einem «Kerzenheft» gesammelt und allen Schülerinnen und Schülern abgegeben. Sie müssen also so formuliert sein, dass sie auch für jene Kinder nachvollziehbar sind, die nicht am Experiment mitgearbeitet haben.

Kinder steuern ihren eigenen Lernprozess mit

Wenn Kinder ihren eigenen Fragen nachgehen, übernehmen sie Verantwortung und steuern ihren eigenen Lernprozess mit. Partizipatives und selbstverantwortliches Lernen kann in Gruppen besonders gut gelernt und geübt werden. Das zeigt auch das Beispiel auf diesen Seiten.

Im Dialog wird analysiert, es werden Ziele gesetzt und Probleme gelöst. Je grösser die Bereitschaft der Gruppenmitglieder ist, sich auf andere einzulassen, sich auszudrücken, zuzuhören und zusammenzuarbeiten, desto besser wird das Resultat der Gruppe sein. Gefordert sind aber auch die Lehrpersonen. Sie sollen Partizipation zulassen und zumuten, aber zugleich kritische Gesprächspartner und -partnerinnen bleiben und die Schülerinnen und Schüler auf ihrem Weg begleiten.

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