Eine Produktion von schulverlag blmv AG

Was ist gleich? Was ist anders?

Oft wird Üben im NMM-Unterricht (Natur – Mensch – Mitwelt/Mensch + Umwelt) auf das Einprägen Sachverhalten reduziert. Die Materialien aus der Lehrmittelreihe «Lernwelten NMM» bieten jedoch Möglichkeiten an, wie Fähigkeiten und Fertigkeiten entwickelt und geübt werden können.

Im NMM-Unterricht sollen Schülerinnen und Schüler immer wieder Situationen vergleichen und Dinge zeitlich einordnen. Zu Beginn fällt es ihnen oft schwer, die Resultate sind unbefriedigend. Durch gezieltes Erpoben und Üben finden Schülerinnen und Schüler aber immer besser heraus, worauf sie achten müssen, wie sie vorgehen können und welche Elemente entsprechende Informationen beinhalten. Eine differenzierte Betrachtung wird möglich, und die Kinder können ihre Eindrücke genauer beschreiben und begründen. Üben heisst in diesem Fall, Kriterien aus der einen Situation auf eine andere zu übertragen und auf Grund der gemachten Erfahrungen auch neue Kennzeichen zu entdecken und neue Perspektiven einzunehmen. Den Schülerinnen und Schülern gelingt es so zunehmend besser, Informationen aus den Bildern herauszulesen und einzuordnen.

Im Kapitel «Früher – heute» im Lehrmittel «Panorama» werden Schülerinnen und Schüler angeleitet, Situationen und Bilder aus früheren Zeiten mit Beispielen aus der heutigen Zeit zu vergleichen. Unterschiede sollen erkannt, Veränderungen deutlicher wahrgenommen und eingeordnet werden. Der Begriff «alt» erscheint differenzierter. In den Materialien sind Variationen und unterschiedlich anspruchsvolle Formen zum Aufbau und zum Üben des Vergleichens und zum zeitlichen Verorten aufgenommen.

In der Arbeit mit den Fotos der Themenheftseiten 74/75 werden die Kinder angeregt, auf Einzelheiten wie Bürogeräte, Lebensmittelpreise, Küchengeräte, Spielgeräte, Strassenverkehr und Kleidung zu achten, um sich bewusst zu werden, was ihnen vertraut und was ihnen fremd ist. Im Austausch mit andern begegnen sie unterschiedlichen Kriterien, mit denen ein Bild einer Zeit zugeordnet werden kann. Werden die Bilder von KM 1 dazugenommen, so gibt es zu jeder Situation zwei Bilder: eines aus heutiger, eines aus früherer Zeit. Die Kinder lernen, Bilder genauer zu betrachten und Hinweise auf eine zeitliche Einordnung zu suchen.

Die Klassenfotos auf TH S. 82/83 (siehe Downloadbereich) stammen alle aus früheren Zeiten. Hier können die erarbeiteten Kriterien angewendet und differenziert werden. Die auf TH S. 74 / 75 erarbeiteten Unterscheidungsmerkmale helfen den Kindern, ihre Zuordnung der Bilder besser zu begründen. Schülerinnen und Schüler üben so das Analysieren von Bildern.

Auf TH S. 92/93 (die Seite kann im Downloadbereich heruntergeladen werden) ist die Übungsanlage noch offener, die Bilder zeigen nicht mehr die genau gleiche Situation. Durch die eingehende Beschäftigung mit den Beurteilungskriterien auf den vorangehenden Themenheftseiten sind die Schülerinnen und Schüler aber «geübt» und haben Anhaltspunkte, worauf sie schauen müssen und welche Informationen aus den Bildern herausgelesen werden können. Eine weitere Übungssituation ergibt sich mit dem Klassenmaterial 27 (Downloadbereich), das zum direkten Vergleich von Spielzeug anleitet und weitere Kriterien für die Einordnung aufzeigt. Die Erprobung hat ergeben, dass dieses mehrschrittige Übungsverfahren Wirkung zeigt (siehe orange Box).

Hans-Peter Wyssen

Bericht aus der Erprobung des Lehrmittels

Therese Mettler, Primarschule Schüpfen, 1./2. Klasse Die Schülerinnen und Schüler hatten den Auftrag, Bilder und Spielsituationen von heute und von früher zu vergleichen und zu beschreiben. Es bereitete den Kindern überhaupt keine Mühe, die Bilder der Gegenwart oder der Vergangenheit zuzuordnen, es fiel ihnen aber in der ersten Runde schwer zu begründen, warum ein Spielzeug zu «früher» oder zu «heute» gehört. Die Kinder sagten etwa, das Spielzeug ist alt, weil es so aussieht, weil es kaputt ist oder weil es so etwas heute nicht mehr gibt. In einer Klassensequenz arbeiteten wir deshalb exemplarisch an einigen Beispielen und hielten die Ergebnisse stichwortartig fest. Konkret verglichen wir das unterschiedliche Material, aus dem das Spielzeug gefertigt ist. Wir verglichen gemeinsam Farben und Formen, etwa die unterschiedliche Grösse von Rädern an Velos von früher und heute. Wir suchten und fanden auch Begriffe, mit denen sich Spielzeug von früher beschreiben lässt. Auf der Liste standen nun Wörter wie abgegriffen, verblichen, abgenutzt, altmodisch, zerschlissen, geflickt. Nach dieser Sequenz hatten die Kinder noch einmal die gleiche Aufgabe wie zu Beginn zu lösen. Die Ergebnisse in der zweiten Runde waren nun viel differenzierter und reichhaltiger als in der ersten Runde und die Kinder hatten auch ein gutes Gefühl, sie waren zu kleinen Experten für altes Spielzeug geworden.

AnhangGröße
Download des Artikels als PDF163.84 KB
Panorama KM 1280.34 KB
Panorama KM 27264.93 KB
Panorama TH 74211.85 KB
Panorama TH 75329.24 KB
Panorama TH 82261.51 KB
Panorama TH 83272.15 KB
Panorama TH 92361.28 KB
Panorama TH 93358.56 KB
Themengebiete / Rubrik:
schulverlag blmv AG