Eine Produktion von schulverlag blmv AG

Mit Comics zur Sache

Vom verpönten Medium zur dokumentarisch-didaktischen Spielart der Sachliteratur: Eine Ausstellung zeigt die grosse Themenvielfalt von Sach- comics und wie sich diese für den Unterricht eignen.

Die Ausstellung will einen allgemeinen Überblick über das Phänomen Sachcomics geben. Sie zeigt in ausgewählten Beispielen dessen grosse Themenvielfalt auf. Dabei werden einige Schwerpunkte mit aktuellen und künstlerisch ansprechenden Sachcomics gesetzt. Versammelt sind auch Comics, die sich gut für den Unterricht eignen. Ausserdem wird vermittelt, dass es eine comic-spezifische Sprache mit eigenem Vokabular und eigener Grammatik gibt. Das präsentierte Material soll nicht zuletzt zu einer vertieften Beschäftigung mit Sachcomics anregen.

Was sind Sachcomics?

Sachcomics sind ein unkonventionelles kulturelles Phänomen, das sich zwischen Kunst und Information einordnen lässt. Sie bilden ein dokumentarisch-didaktisches Genre, eine Spielart der Sachliteratur, die mit den visuell-verbalen Darstellungsmitteln des Comic operiert.

Die Ursprünge der Sachcomics liegen in den 1940er-Jahren: Um zu beweisen, dass das Medium Comic durchaus «wertvoll» sein und «erzieherisch» wirken kann, veröffentlichten amerikanische Verlage erste «Educational Comics» (etwa: «Lehrcomics»). Erstmals waren das die Hefte der Reihe «True Comics»; ab 1941 würdigten sie in Biografien Persönlichkeiten aus Politik, Militär, Wissenschaft und Sport. Es folgten die so genannten «Pictures Stories» zur Bibel, zu Themen der Weltgeschichte und der Naturwissenschaften. Die «Classic Comics» (später «Classics Illustrated») adaptierten mit grossem Publikumserfolg Stoffe der Weltliteratur. Diese Comics sollten dazu beitragen, das Image eines noch weit gehend verpönten Mediums aufzubessern.

Ausstellung zum Thema Sachcomics

im schulverlag,

Güterstrasse 13, 3008 Bern,

von Juli bis Mitte August 2007

Auch das Militär spielt eine Rolle bei der Entwicklung der Sachcomics: Im Zweiten Weltkrieg beginnt Will Eisner im Auftrag des Pentagons mit praktischer Wissensvermittlung für Soldaten in Comic-Form.

Im Comic-Pionierland USA wurde bald erkannt, dass sich Comics auch zum Einsatz in Schulen eignen. Zwischen Unterhaltung, Information und Belehrung kann das Medium Sachcomics heute längst für alle erdenklichen Themen nutzbar gemacht werden.

Unterstützung

Die Ausstellung wurde ermöglicht dank Beiträgen des Kantons Aargau (Regierungsrat), der Erziehungsdirektion des Kantons Bern (Institute für Bildungsmedien und Weiterbildung), der Direktion für Erziehung, Kultur und Sport des Kantons Freiburg, Amt für deutschsprachigen obligatorischen Unterricht, und des Didaktischen Zentrums Medienberatung Freiburg.

Projektteam

Maria Schwendimann-Rubin, Riggisberg BE (Verantwortliche Literacy von Sachcomics); Daniel Brügger, Wünnewil FR (Verantwortlicher Fachpraktikum Deutsch an der Universität Freiburg, Thema Sachcomics); Markus Kirchhofer, Oberkulm (Projektleitung/Konzept Ausstellung); Urs Plüss, Worb BE (Leiter Projektteam, Verantwortlicher Educanet2-Lernplattform Sachcomics)

Begleitung: Prof. Dr. Andrea Bertschi-Kaufmann, Leiterin des Zentrums Lesen an der Pädagogischen Hochschule Aargau.

Im schulverlag sind bereits zwei Sachcomics erschienen.

Schwarze Schatten

Ein Comic für Jugendliche in depressiven Krisen

Die Ablösung vom Elternhaus und die Suche nach der eigenen Identität führen bei Jugendlichen teils zu Minderwertigkeitsgefühlen und Angstzuständen. Nicht alle Jugendlichen haben die psychische und physische Stabilität, diesen Herausforderungen standzuhalten – manche geraten in eine depressive Krise. Die Broschüre in der Form eines Comics soll Depressionen ein Gesicht und einen Namen geben. Sie holt die Jugendlichen mit einer leicht lesbaren Zeichengeschichte ab und vermittelt ihnen in Texteinschüben alles nötige Wissen rund um die Erkrankung.

Durch Dick und Dünn

Wo endet der Hang zur normalen Gewichtskontrolle, wo beginnt die krankhafte Selbstzerstörung? Um diese zunächst unsichtbare Grenze geht es in diesem Comic. Er erzählt die Geschichte zweier Mädchen in der Pubertät, die sich zu dick finden. Sie beginnen zu fasten und entdecken alle möglichen Schliche, um die besorgten Eltern auszutricksen. Als sich negative Folgen zu zeigen beginnen, findet eins der Mädchen den Weg zurück zur Normalität. Das andere aber gerät immer tiefer in eine lebensbedrohliche Magersucht. Sein Weg zurück zu einem halbwegs normalen Essverhalten ist lang und hart. Der Comic «Durch Dick und Dünn» beschreibt eindrücklich die Stationen eines langen Leidenswegs.

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