Sprachenportfolios bald auch für 4- bis 11-Jährige
Nach über zweijähriger Entwicklungs- und Erprobungszeit werden das Europäische Sprachenportfolio ESP I und das Portfolino Anfang 2008 erscheinen.


Mit dieser dritten Staffel in der
Portfolio-Reihe wird das Schweizer
Konzept zum Europäischen
Sprachenportfolio ab ca. Februar
2008 fertiggestellt sein. Der
schulverlag hat dabei in Zusammenarbeit
mit einem Team von
Entwicklerinnen und Entwicklern,
begleitet von der Steuerungsgruppe
Sprachenportfolio
der EDK, ein neuartiges und vielversprechendes
Stufenkonzept
erarbeitet. Diese Instrumente
ermöglichen eine portfoliogestützte
Erstbegegnung mit
Fremdsprachen bereits ab dem
4. Lebensjahr und stellen auch
für den Erstfremdsprachenunterricht
ab dem 3. Schuljahr stufenspezifische
Portfolio-Materialien
zur Verfügung.
Das Portfolino für Kinder von
4 bis 8 Jahren
Durch die Arbeit mit dem
Portfolino, dem Europäischen
Sprachenportfolio (ESP) für
Vorschule, Kindergarten und
das 1. Schuljahr, kann dem
Kind bewusst werden, dass es
in einer mehrsprachigen und
multikulturellen Welt lebt: Die
Bereiche Sprachen aus meiner Umgebung, Sprachen in meiner
Schule, Sprachen ausserhalb der
Schule formulieren Anregungen,
die dem Kind erlauben, seine
erste
eigene Sprachbiographie
zu formulieren. Den Lehrpersonen
werden im Begleitmaterial
zusätzlich ca. 20 exemplarische
Aktivitäten bzw. Unterrichtssequenzen
angeboten, die als
Basis für eine spielerische Erstbegegnung
mit Fremdsprachen
dienen. Die Dokumentation im
Portfolino ermöglicht den Kindern
eine erste Orientierung in
Sprachkompetenzen und Sprachhandlungsbeschreibungen.
Das Europäische Sprachenportfolio ESP I für Kinder von
8 bis 11 Jahren
Das ESP I strebt dann eine Horizonterweiterung
und eine
feinere Beschreibung sprachlichen
Könnens und Wissens an;
es stützt sich auf entwicklungspsychologische
Merkmale dieses
Alters ab: mehr zum Lesen, mehr
zum Schreiben und eine schon
grössere Abstraktionsfähigkeit
wurden hier berücksichtigt. So
können sich die Schülerinnen
und Schüler über Sprachen und Dialekte äussern, die sie zu Hause,
mit Freunden, in der Freizeit,
zum Singen, zum Lesen, zum
Schreiben oder zum Sprechen
brauchen und die sie in weiteren
Kreisen hören: in Familie,
Verwandtschaft, Nachbarschaft
und Medien. Überdies werden
sie ermutigt, Berührungspunkte
zu Sprachen und Kulturen in der
Schweiz und auf der ganzen
Welt wahrzunehmen.
Das Europäische Sprachenportfolio (ESP) ist eines der wichtigsten
Instrumente der Sprachenpolitik des Europarates.
Die Richtlinien des Konzeptes können so zusammengefasst
werden: Förderung der Mehrsprachigkeit, der kulturellen
Vielfalt und der Mobilität in Europa. Kurz: wer in mehreren
Sprachen auf funktionelle Weise (also ohne die völlige Beherrschung
der Sprache anzustreben) kommunizieren kann,
hat grössere Chancen, die Kultur des Anderen zu verstehen
und damit mehr berufliche und persönliche Entwicklungsmöglichkeiten.
Pädagogisch gesehen hängen diese Ziele mit autonomem lebenslangem
Lernen und der Fähigkeit zur Selbstbeurteilung
zusammen: Je besser ein Lerner seinen eigenen Lernprozess
bewusst führen und selber evaluieren kann, desto grösser ist
sein Entwicklungspotenzial.
Das Portfolino und das ESP I erscheinen im Februar 2008. Bestellmöglichkeiten werden im Internet (www.schulverlag. ch) ab November 2007, im Gesamtkatalog 2008 (ab Februar) und im profi-L 1/08 angeboten.
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