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Top-Chance Mehrsprachigkeit

Das Hirn eines Kindes leistet mehr, als man lange Zeit dachte. Was wurden noch vor wenigen Jahren Chancen vertan, weil man falschen Konzepten Glauben schenkte!

Eltern verschiedener Muttersprache glaubten sich entscheiden zu müssen, welches die Familiensprache sein solle. Ansonsten – das war die pädagogische Mehrheitsmeinung damals – würde die Sprachentwicklung der Kinder Schaden nehmen und sie könnten schliesslich keine der beiden Sprachen gut. Die überarbeitete Neuauflage der Broschüre «Zwei- und mehrsprachige Erziehung …» räumt mit diesen Irrtümern gründlich auf.

«Zwei- und mehrsprachige Erziehung in Familie und Schule – Antworten auf Grundfragen» – so hiess die erste Auflage der Publikation der beiden Bündner Autoren Rico Cathomas und Werner Carigiet aus dem Jahr 2005. Es war als Fragen-Antworten-Buch konzipiert und in fünf Hauptkapitel gegliedert:

  • Sprache und Gehirn (Neurolinguistik). Beispiel einer Frage: Überfordern zwei oder mehrere Sprachen das Gehirn?
  • Sprachen und Psychologie (Psycholinguistik). Beispiel einer Frage: Gibt es beim Erlernen von mehreren Sprachen unterschiedliche Lernertypen?
  • Spracherziehung (Edulinguistik). Beispiel einer Frage: Ist es nicht besser, zuerst eine Sprache richtig zu können, bevor man eine neue lernt?
  • Sprachen und Gesellschaft (Soziolinguistik). Beispiel einer Frage: Was macht Englisch zur dominanten Sprache?
  • Sprachen und Definitionen zentraler Begriffe (Linguistik). Beispiel einer Frage: Wie kann man seine Sprachkompetenz messen? Was ist dabei sinnvoll, was problematisch?

Die Broschüre richtet sich an Lehrpersonen, Studierende, Eltern und interessierte Laien, die einen Überblick über das Themenfeld Zwei- und Mehrsprachigkeit gewinnen möchten. Sie kann auch als theoretische Grundlage für Aus- und Weiterbildungskurse eingesetzt werden. Die Neuauflage weist gegenüber der Erstpublikation folgende Änderungen und Erweiterungen auf:

  • Statt im Format A4 erscheint die Broschüre nun im handlichen Sachbuch-Format 16,5 x 22,5 cm.
  • Statt Fotos von Kindern vor allem im familiären Kontext illustrieren die Abbildungen nun die Grundideen und werden von neu gestalteten Schaubildern und Grafiken ergänzt.
  • Der aktuellen Diskussion folgend wurden neue Fragestellungen und Themen aufgenommen wie Evaluation: HarmoS-Standards, Sprachenportfolio, Lingua­level), stärkere Fokussierung auf den Umgang mit dem Thema in der Schule, integrierte Sprachendidaktik, Klärungen im Zusammenhang mit der Problematik Standardsprache – Dialekt etc.

Die Neuauflage ist in Zusammenarbeit mit Partnerverlagen insgesamt in vier Sprachen geplant: Deutsch, Französisch, Italienisch und Romanisch. Sie wird von der Interkantonalen Lehrmittelzentrale unterstützt und gehört in die Hand jedes Pädagogen, jeder Lehrerin und eines jeden Schulbehördenmitglieds.

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