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Aus zwei blauen Sofas wird eines

Im Museum für Kommunikation in Bern lässt sich mit zahlreichen Interaktionsmöglichkeiten eindrücklich erleben, wie Menschen mit Informationen umgehen. Dazu gehört auch, dass sich die Grenze zwischen Fiktion und Wirklichkeit zwischendurch mal auflöst.

Im Museum für Kommunikation in Bern lässt sich mit zahlreichen Interaktionsmöglichkeiten eindrücklich erleben, wie Menschen mit Informationen umgehen. Dazu gehört auch, dass sich die Grenze zwischen Fiktion und Wirklichkeit zwischendurch mal auflöst.

Chiara NauerChiara NauerRahel ZoebeliRahel ZoebeliDer Weg zur Dauerausstellung «nah und fern» im Museum für Kommunikation in Bern führt durch eine lange schwarze Röhre. Viele Stimmen ertönen. Wild durcheinander und in vielen Sprachen. Mit dem Gang durch die Dunkelheit wird man der gewohnten Geräuschkulisse des Alltags entrissen und in eine andere Welt entführt. Am Ende des Tunnels warten fünf virtuelle Figuren. Wer sich mit ihnen unterhalten will, wählt auf einem Bildschirm einfach zwischen vorgegebenen Aussagen aus. Damit kann man die Charakteren zum Lachen bringen oder sie aber auch sehr genervt stimmen.

Bereits diese erste Ausstellungsstation zeigt, dass das Museum für Kommunikation nicht die Technik, sondern den Menschen in den Mittelpunkt rückt. Auch die Entwicklung der Kommunikationsmittel von der Briefpost bis zur E-Mail oder vom ersten Telefon bis zum multifunktionalen Handy wird sehr anschaulich dargestellt. Die Besucherinnen und Besucher werden oft dazu angeregt, alte wie neue Kommunikationsformen selber auszuprobieren.

So zum Beispiel in der Schreibecke, wo sich Postkarten mit Feder und Tinte verzieren und Nachrichten per Rohrpost verschicken lassen. Oder gleich nebenan, wo Morsezeichen gesendet und anschliessend wieder entziffert werden können. Die zahlreichen Werkzeuge von heute und früher zeigen, dass sich in der Kommunikation nicht alles verändert hat, aber vieles moderner geworden ist.

Das Museum deckt nicht nur die persönliche Kommunikation zwischen zwei Personen ab, sondern auch Massenmedien. In einem Selbstversuch lässt sich beispielsweise spielerisch herausfinden, ob man sich als Radio­redaktorin eignen würde. Die Aufgabe: Für einen eigenen Radiosender müssen Nachrichten, Interviews, Musik und Jingles zu einem spannenden Radioprogramm zusammengestellt werden. Zuerst darf man ein bisschen üben. Sobald man sich sicher genug fühlt, gilt es, unter Zeitdruck ein abwechslungsreiches Programm zu gestalten. Nach zwei Minuten wird der eigene Mix abgespielt und virtuelle Männchen zeigen nun, wie gut das Programm ankommt. Je mehr Männchen, desto besser.

Fragen und Antworten

Im Museum können alle Besucherinnen und Besucher herausfinden, welchem Kommunikationstyp sie entsprechen. Und zwar mit Hilfe von sechs so genannten Feedbackstationen, die über die ganze Ausstellung «nah und fern» verteilt sind. An jeder Station hat es einen Computer, auf dem man sich einloggen und ein paar Fragen zur Kommunikation beantworten kann. Je mehr Antworten man gibt, desto besser. Denn am Ende der Ausstellung kann man sich ein Auswertungsblatt ausdrucken. Dieses erklärt, wodurch sich der eigene Kommunikationstyp auszeichnet, und gibt Tipps, wie man sich im Bereich Kommunikation verbessern kann.

Das blaue Sofa

Blaues Sofa: Virtuell auf dem gleichen Ort.Blaues Sofa: Virtuell auf dem gleichen Ort.Was jugendlichen Besucherinnen und Besuchern zweifellos am besten in Erinnerung bleibt, ist die interaktive Installation, die zwei an unterschiedlichen Orten platzierte Sofas zu einem einzigen vereint. Das geht so: Wer sich auf eines dieser blauen Sofas setzt, sieht sich live im Fernseher vor sich. Wenn nun jemand auf dem anderen Sofa sitzt, sieht man diese Person ebenfalls im Fernseher. Und zwar auf dem vermeintlich gleichen Sofa. So kann man sich neben jemanden hinsetzen, ohne dass man wirklich neben dieser Person sitzt. Ein simpler Trick mit verblüffender Wirkung, der garantiert für witzige Situationen sorgt. Insbesondere dann, wenn man das Museum für Kommunikation mit einer Gruppe besucht.

Chiara Nauer und Rahel Zoebeli, Berner Webreps

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