Von Angst und Vertrauen
Schülerinnen und Schüler aus einer 7. Klasse machen sich Gedanken über die Zusammenhänge zwischen Angst und Vertrauen beim Lernen. Und welche Rolle dabei die Lehrpersonen spielen.
Um in der Schule gute Leistungen zu erschaffen, braucht es nicht nur die eigene Leistung, es braucht auch ein gewisses Vertrauen zwischen den Lehrpersonen und der Klasse. Man bringt nicht einfach so gute Leistungen und wird mit der Zeit besser. Es ist für mich wichtig, dass mich die Lehrerin anspornt und ermuntert, etwas zu versuchen. Es ist schön, wenn sie mir sagt: «Das traue ich dir zu. Ich bin überzeugt, dass du das kannst. Probier es doch mal!» Da fühle ich mich sicher, es nimmt mir ein bisschen die Angst vor dem Versagen. Schwierig wird es, wenn ein Lehrer Fehler nicht akzeptiert, indem er bei den falschen Antworten die Augen verdreht oder mich einfach nicht wahrnimmt. Da ziehe ich mich zurück und sage nichts mehr.
SelinWenn ich merke, dass ich viel Vertrauen aufbauen kann, lerne ich während den Lektionen schnell und gut, sodass ich zuhause wenig machen muss. Das motiviert natürlich. Vertrauen aufbauen bedeutet für mich, Beziehungen aufbauen, zum Beispiel viel zusammen arbeiten, aber auch zusammen lachen. Wenn mich eine Lehrperson ernst nimmt, gibt mir das ein gutes Gefühl, auch Sicherheit.
ThibaudKürzlich hat mir meine Lehrerin gesagt: «In dir steckt viel Potenzial.» Das hat mich natürlich motiviert. Es hilft mir, das zu sehen, was ich schon kann und nicht nervös zu werden wegen den Fehlern, die ich noch mache.
JoëlIch hatte einmal eine Lehrerin, die beim Schreiben oft Fehler machte. Sie gab sehr viele Hausaufgaben und schrie mich dann an, wenn ich in der Hausaufgabenkontrolle ein paar Fehler machte. Sie sagte auch immer, dass alles schlecht sei. Und wenn man etwas fragen gehen wollte, sagte sie, sie sei nicht die Auskunft. Das machte mich unsicher, aber auch wütend. Ich gab mir keine Mühe mehr.
KevinZum Lernen brauche ich Lehrpersonen, die mich unterstützen. Die mir zum Beispiel die Mathematik immer wieder erklären, auch mit Beispielen. Wenn mir die Lehrerin sagt: «Ich erkläre es dir 50-mal oder mehr», nimmt mir das die Angst, es nie zu kapieren. Es gibt mir Vertrauen. Ich brauche auch Lehrpersonen, die mir faire Kritiken machen und mir etwas zumuten. Da kann ich gut lernen.
CélineAm besten motiviert man uns in der Schule, indem man uns das Gefühl gibt, dass man uns mag und dass man viel Zeit für uns hat. Dass man nicht Angst haben muss, nochmals und nochmals zu fragen, wenn man etwas nicht versteht. Meiner Meinung nach spielt die Beziehung zwischen Lehrpersonen und Kindern eine wichtige Rolle.
LaiaIn der 5. Klasse war ich im mündlichen Unterricht sehr zurückhaltend. Ich hatte Angst, dass ich ausgelacht werde, wenn ich was Falsches sage. Dann stellten wir persönliche Lernziele auf. Ich wählte‚ mich im mündlichen Unterricht mehr zu melden. Als ich es die ersten paar Male versuchte, merkte ich, dass mich mein Lehrer unterstützte. Durch Blickkontakt oder durch kleine Sätze, die mir Mut machten. So wurde ich schon ein wenig selbstbewusster, und mit der Zeit war es mir egal, was die anderen Kinder über meine Bemerkungen, Fragen und Antworten dachten.
Sophia
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