Der Begriff «nachhaltig» ist heute in aller Leute Munde. Selbst die Magazine der Grossverteiler widmen ihm ganze Nummern. Ich habe im Freundeskreis und in der Nachbarschaft nachgefragt, welche Vorstellungen das Wort «nachhaltig» auslöst. Madeleine denkt an die Liste am Kühlschrank mit den Namen der Fische, die sie nicht mehr kaufen will. Ihr Sohn Milos zeigt mir seine riesige Stickersammlung mit Tieren und Pflanzen: «Schau mal, das ist die falsche Stabschrecke, die habe ich schon zehnfach, die muss man schützen, sonst stirbt sie aus.» Wenn Pia und Beni «nachhaltig» hören, regt sich ihr schlechtes Gewissen. Obschon sie mit leuchtenden Augen von ihren Ferienplänen erzählen: «Wir gönnen uns zwei Wochen auf den Malediven, an einem der Traumstrände! Ja, wir wissen es, nachhaltig wäre anders.» Diese Vorstellungen von «nachhaltig» sind vielfältig, und doch haben sie eine gemeinsame Ausrichtung: Sie beziehen sich auf die Erde als Lebensraum, auf ihr Überdauern trotz unserer Nutzung. In Bezug auf «Nachhaltige Entwicklung» ist hier die Erziehung zur Nachhaltigkeit der Lerninhalt.